Friedrich Winter II 1881-1943

Friedrich Winter II mein Urgroßvater

Friedrich Winter II (1881-1943)

Ein Leben zwischen Bergbau und Weltkrieg

Herkunft und frühe Jahre

Friedrich Winter wurde am 25. November 1881 in Mittelbexbach (heute Teil von Bexbach im Saarpfalz-Kreis) geboren. Er war der Sohn von Friedrich Winter I (1865-1919), einem später pensionierten Bergmann, und Katharina Trautmann (geboren vor 1860 und gestorben nach 1905).

In die Fußstapfen seines Vaters tretend, wurde Friedrich ebenfalls Bergmann und begann seine Laufbahn bereits im jungen Alter von 16 Jahren im November 1897. Sein Leben sollte bald sowohl durch Militärdienst als auch durch familiäre Verantwortung geprägt werden.

Militärdienst und Familiengründung

Am 23. Oktober 1902 trat Friedrich als Rekrut seinen Militärdienst im 2. Pionierbataillon an. Er diente bis zum 20. September 1904, als er zur Reserve entlassen wurde. Dies war jedoch nur der Beginn seiner militärischen Laufbahn, da er später zu mehreren Reserveübungen und schließlich zum Kriegsdienst einberufen werden sollte.

Friedrich heiratete am 1. März 1905 Margaretha Weber in Mittelbexbach. Margaretha, geboren am 24. Januar 1884 in Bexbach, war die Tochter von Ludwig Weber und Barbara Mathieu, die zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits verstorben waren. Die Trauung wurde von Friedrichs Vater und Franz Ruffing, einem 30-jährigen Bergmann aus Mittelbexbach, bezeugt.

Das Ehepaar wurde mit vier Kindern gesegnet: Am 6. Dezember 1905 kam ihre erste Tochter Rosa in Bexbach zur Welt, gefolgt von ihrem Sohn Karl am 27. März 1909, ebenfalls in Bexbach geboren. Später bereicherten zwei weitere Töchter, Anna und Klara, die Familie Winter.

Während dieser frühen Familienjahre erfüllte Friedrich weiterhin seine militärischen Pflichten und nahm an Reserveübungen im August 1906, August-September 1909 und Juni 1913 teil. Seine Dienstakte vermerkte durchweg „sehr gute Führung“ ohne disziplinarische Maßnahmen.

Erster Weltkrieg und seine Folgen

Der Erste Weltkrieg veränderte Friedrichs Leben drastisch. Vom 12. August 1914 bis zum 9. September 1915 diente er im Feldzug gegen Frankreich. Anschließend nahm er vom 6. bis 28. November 1915 am Serbienfeldzug teil, einschließlich der kritischen Donauüberquerung vom 7. bis 11. Oktober. Von Dezember 1915 bis März 1916 war er an der griechischen Grenze stationiert und kämpfte später im Oktober 1916 in Schlachten nahe Monastir und am Fluss Crna. Während seines Einsatzes an der griechischen Grenze infizierte sich Friedrich mit Malaria – eine Krankheit, die sein weiteres Leben beeinflussen und letztendlich zu seinem frühen Tod führen sollte.

Für seine Tapferkeit während des Krieges wurde Friedrich am 7. April 1917 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kurz darauf, am 17. April 1917, wurde er zum Ersatzbataillon des 8. Pionierbataillons versetzt und am 27. April der 2. Ersatzkompanie zugeteilt.

Im Juni 1917 wurde Friedrich aus dem aktiven Dienst entlassen, um für den Eschweiler Bergwerks-Verein in Kohlscheid nahe Kellersberg zu arbeiten. Er begann diese zivile Arbeit am 12. Juni 1917 in Alsdorf in der Region Aachen. Nach Deutschlands Niederlage wurde Friedrich am 26. November 1918 im Rahmen der vom Aachener Bezirkskommando angeordneten Demobilmachung formell entlassen.

Schicksalsschläge und späte Jahre

Friedrich erlebte in den Jahren nach dem Krieg erhebliche familiäre Verluste. Sein Vater verstarb am 25. März 1919 in Bexbach. Seine Tochter Rosa heiratete am 13. September 1929 Johann Brosius in der Herz-Jesu-Kirche in Kellersberg, Alsdorf.

Ein besonders schwerer Schicksalsschlag traf die Familie am 21. Oktober 1930: Bei einem verheerenden Grubenunglück in Alsdorf verlor Friedrich nicht nur seinen Sohn Karl, sondern auch seinen Schwiegersohn Johann Brosius, den Ehemann seiner Tochter Rosa. Diese doppelte Tragödie erschütterte die Familie zutiefst und hinterließ Rosa als junge Witwe mit ihrer Tochter Johanna.

Friedrich Winter verbrachte den Rest seines Lebens in Alsdorf, wo er am 30. Januar 1943 im Alter von 61 Jahren an den Folgen seiner während des Krieges in Griechenland erworbenen Malaria-Erkrankung verstarb. Seine Ehefrau Margaretha überlebte ihn um mehr als drei Jahrzehnte und lebte bis 1976.

Vermächtnis

Durch seine Töchter Rosa (1905-1992), Anna und Klara setzte sich Friedrichs Linie fort. Rosa hatte ein Kind namens Johanna aus ihrer Ehe mit Johann Brosius und heiratete später Aloïs Schwan.

Friedrich Winters Leben erstreckte sich über eine turbulente Periode der deutschen Geschichte, vom Wilhelminischen Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik bis in die frühen Jahre des Zweiten Weltkriegs. Seine Erfahrungen als Bergmann, Soldat und Familienvater spiegeln die Herausforderungen und die Widerstandsfähigkeit gewöhnlicher Deutscher während dieser prägenden Epoche wider. Die gesundheitlichen Folgen seines Kriegseinsatzes, die ihn für den Rest seines Lebens begleiteten, und die tragischen Verluste, die seine Familie erleiden musste, stehen beispielhaft für die Opfer, die viele Familien dieser Generation bringen mussten.

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