Die beiden Quellentexte bieten eine biografische Übersicht über Martinus Neulen (geb. 1712), der ein widersprüchliches Doppelleben im 18. Jahrhundert führte. Neulen war einerseits ein angesehener Schöffe (Richter) der Herrlichkeit Rimburg, der über die Rechtsprechung urteilte; andererseits war er ein führendes Mitglied der berüchtigten Bockreiterbanden, die in der Region zwischen Maas und Rhein plünderten. Nach seiner Verhaftung und Folter im Jahr 1772, unter der er seine Verbrechen gestand, entzog er sich der Hinrichtung durch Selbstmord in seiner Zelle. Beide Quellen betonen, dass Neulens Leichnam dennoch zur Abschreckung durch die Straßen geschleift und am Galgen aufgehängt wurde. Sie weisen darauf hin, dass die historische Bewertung der Bockreiterprozesse schwierig ist, da die Geständnisse oft unter Folter erzwungen wurden, was auch Neulens angeblichem Anführer Joseph Kirchhoffs widerfuhr.